Wahlprogramm

Ab dem 24.11.2014 finden die diesjährigen Wahlen zur Fachschaftsvertretung statt. Hier erfährst Du, für welche Ziele wir stehen:

Für mehr kritische Lehrinhalte!

Warum studierst Du eigentlich Jura? Berufliche Sicherheit? Ansehen? Geld? Wenn Du Jura studierst, um mehr von Deiner Außenwelt zu verstehen, um die Gesellschaft in die von Dir erdachte Richtung vorwärts zu bringen, um diese Welt gerechter zu machen, ist Dir vielleicht während Deines bisherigen Studiums etwas aufgefallen. Vieles wird leider nicht diskutiert. Viele grundlegende wie spezifische Fragen über Gerechtigkeit und Gesellschaft werden nicht gelehrt. Warum eigentlich nicht?

Sollte es nicht mehr geben als das uns präsentierte und kritiklos angenommene Wissen, das Auswendiglernen von Definitionen und die reine Anwendung von bestehendem Recht? Doch! Uns fehlt die akademische Auseinandersetzung mit kritischen Fragen zu Politik und Gesellschaft. Uns fehlen kritische Fragen zum Außengrenzschutz der EU, zur Zukunft Europas, zum Versammlungsgesetz oder zum Schutz unserer Privatsphäre.

Dir auch? Dann tritt mit uns dafür ein, dass solche und weitere Kontroversen in den Lehrplan aufgenommen werden, denn Einmischen lohnt sich! Durch Eure Stimmen haben die Kritischen JuristInnen dieses Jahr durchsetzen können, dass ab kommendem Sommersemester eine Vorlesung zum Thema Asylrecht als Grundlagenfach gehalten wird! Nur durch eine weitere Implementierung von umstrittenen Fragen kann Jura sein gesamtes Potenzial zeigen und uns zu mündigen und hinterfragenden JuristInnen und Menschen ausbilden.

Der slowenische Schriftsteller Zarko Petan sagte einst: „Mit leerem Kopf nickt es sich leichter“. Wir Kritischen JuristInnen wollen nicht nur nicken. Wir wollen kritische Lehrinhalte!

Einen Kaffeeautomat für’s RWS I !

Nervende MitbewohnerInnen. Baustelle direkt vor der Tür. Keine Kohle für die Lehrbücher. In einer Woche die erste Klausur. Was tun? In die Bib gehen! Doch was, wenn einem seine Kondition beim Lernen oder Feiern zum Verhängnis wird?

Die Augen werden schwer und fallen immer wieder zu, ich schaffe in einer halben Stunde gefühlt zwei Seiten im Lehrbuch, der Nebenmann schläft schon, ein anderer schmeißt die erste Koffeintablette ein und ich beobachte schlaftrunken, wie eine Reihe vor mir jemand vergeblich versucht, sich mit einer Playlist von Helene Fischer aufzuputschen. Ich erinnere mich wieder daran, warum ich gerne einfach mal einen Kaffee trinke. Doch auf dem Weg zum Bistro fällt mir plötzlich ein: Es ist bereits 18 Uhr.

Das Bistro schließt vor meiner Nase seine Türen und mir bleibt nichts anderes übrig, als ernüchtert zurück zu meinem Platz zu gehen. Auf dem Weg treffe ich einen Kommilitonen, der noch bis um 22 Uhr mit Vorlesung und AG beschäftigt ist. Beide sind wir die nächsten Stunden halb am Dösen, halb am Lernen. Geeint im Neid auf unsere KommilitonInnen in der ULB kommt uns eine Frage in den Sinn, die uns noch abends in den Schlaf begleiten wird:

Warum gibt es eigentlich im RWS I keinen Kaffeeautomaten?

Wir Kritische JuristInnen setzen uns dafür ein, dass sich das mit Abschluss der Sanierung der Toiletten im Juridicum ändert und das RWS I insoweit an den Standard der ULB angeglichen wird. Damit es im Juridicum nicht weiter antriebslos durch die Nacht geht: Für einen Kaffeeautomaten im RWS I!

Livestreams und Podcasts einrichten!

Stellt euch vor, es ist Uni und keiner geht hin!? Diese oder ähnliche Befürchtungen werden immer wieder vor allem von Dozierenden geäußert, wenn es um E-Learning im Allgemeinen und um Online-Vorlesungen im Speziellen geht. Doch was Einigen zurzeit noch Unbehagen bereitet, gehört an Unis wie Cambridge, Standford, Hamburg oder Frankfurt längst zum Alltag. Vorlesungen können live aus dem eigenen Wohnzimmer verfolgt werden und noch Monate danach, zum Beispiel bis zur nächsten Klausur abgerufen werden. Unterstützt werden können diese etwa durch Podcasts, die ebenfalls von den Lehrenden zur Verfügung gestellt werden würden. Warum nicht auf dem Weg zur Uni oder nach Hause noch den 10-minütigen Beitrag zu Schuldrecht AT hören?

Online-Vorlesungen schaffen Flexibilität und bauen Barrieren ab. Ob ihr einfach nur krank seid, Kinder zu versorgen habt, nebenbei arbeiten geht oder die Wege zur und in der Uni für euch als Mensch mit Handicap eine besondere Herausforderung darstellen.

Online-Vorlesungen sollen dabei die „realen“ Vorlesungen oder Seminarveranstaltungen nicht ersetzen, sondern ein zusätzliches dringend notwendiges Angebot schaffen, nicht zuletzt in Zeiten voller Hörsäle. Denn wenn die Vorlesungen gut sind und zur Diskussion und zum Nachfragen anregen, werden viele Studierende es auch weiterhin vorziehen vor Ort zu sein. Die Podcasts, die schon einige wenige Dozent*innen zur Verfügung stellen und die vom Allgemeinen Studierendenausschuss geschaffene Projektstelle „E-Lectures“ sind ein guter Anfang.

Wir Kritischen JuristInne wollen diese Entwicklung zu einem besseren E-Learning-Angebot unterstützen und an den richtigen Stellen Druck ausüben. Wir stehen für ein selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Studieren, das den Blick in die Zukunft richtet!

Mehr studentische Mitbestimmung!

Studierende sind mit Abstand die größte Gruppe an der Uni Münster. Trotzdem werden alle wichtigen Entscheidungen von Professorinnen und Professoren getroffen. Als Kritische JuristInnen möchten wir uns in der Fachschaft dafür einsetzen, dass die Stimme der Studierenden trotzdem Gehör findet. Dazu muss die Fachschaft mehr leisten als Altklausuren bereitstellen und die O-Woche organisieren. Wir wollen uns einmischen, zu Diskussionen in der Fakultät beitragen und so konkrete Verbesserungen für Studierende erreichen.

In enger Abstimmung mit unseren Mitgliedern im Fachbereichsrat wollen wir darauf achten, dass die Änderungen des neuen Hochschulgesetzes im Sinne der Studierenden umgesetzt werden. Über die Fachschaftskonferenz wollen wir unsere Ideen wie die konsequente Umsetzung von Online-Vorlesungen in der gesamten Uni vorantreiben. Mit Vorträgen zur Rechtspolitik möchten wir uns in aktuelle Debatten einbringen und kritisches Denken fördern.

Egal ob es um die Organisation des Studiums oder um die „großen Fragen“ geht – wir Kritische JuristInnen stehen für eine Fachschaft, die sich einmischt!

Keine Klausuren nach 20 Uhr!

Es ist zwanzig Uhr abends, Du hast folgende Optionen:

Du gehst zu einer Party, bei der alle Deine Freunde sind.

Du freust Dich, dass gleich die Simpsons…ähm… die Tagesschau im Ersten kommt.

Du radelst schnell nach Hause, um die leckerste Tiefkühlpizza Deines Lebens zu essen.

Das alles wäre zu schön, um wahr zu sein! Deswegen sitzt Du auch in Wirklichkeit in einem stickigen Hörsaal, draußen ist es schon lange dunkel und schreibst eine Klausur. Hier das Rascheln eines Schönfelders, da ein verzweifelter Seufzer, überall die Frage: Warum immer ich? Und warum gerade jetzt?

Nicht nur Du weißt, dass Du besseres mit Deiner Zeit anfangen könntest: In der Wissenschaft herrscht schon lange Konsens über den Biorhythmus. FrühaufsteherInnen laufen zwischen neun und zwölf sowie zwischen 14 und 17 Uhr zu Höchstleistungen auf; bei Nachteulen verschieben sich die Zeitfenster um etwa eine Stunde nach hinten. Dazwischen ist Nichts!

Was machst Du also noch um diese Zeit in der Uni? Den ganzen Tag lang hattest du Zeit, zu viel Zeit, um Dich verrückt zu machen. Und nun knurrt Dein Magen, Dein Kopf streikt und Deine Augen brennen – noch einmal zusammenreißen, denn vor Dir liegen noch die Prüfung des sachlichen Schutzbereichs und der verfassungsrechtlichen Rechtfertigung. Irgendwann gegen halb zehn hast Du es dann endlich geschafft. Jetzt noch Lust auf Feiern, FreundInnen treffen, Essen gehen? Fehlanzeige!

Wir Kritische JuristInnen, setzen uns für bessere Prüfungsbedingungen ein. Wir unterstützen es nicht, dass Studierende bis spät abends Klausuren schreiben müssen! Unsere Forderung lautet daher: Prüfungsende spätestens um 20 Uhr!

Mehr Sitzgelegenheiten im Juridicum!

Das Juristische Seminar: Im ersten Semester oft ein wenig verkannt, wird es für die meisten von euch im Laufe des Studiums ein Ort, an dem ihr viele Stunden und Tage an Hausarbeiten, für Klausuren und schließlich das Examen büffeln werdet. Doch besonders dort, wo viel gelernt wird, muss es genug Platz für Pausen geben. Dieser könnte durch neue Bänke im Innenhof des Juridicums geschaffen werden.

Sinnvoll für alle, die zwischen langen Lernsessions im Seminar den Weg ins Freie suchen oder für jene, die sich in der Pause vor der nächsten Vorlesung mit ihrem Kaffee an die frische Luft setzen möchten. Auch wer arbeiten möchte, profitiert: Wer sich im Sommer für Gruppenarbeiten nicht in dunkle Arbeitsräume zurückziehen möchte, hätte Nutzen von Tischgruppen im Innenhof. Neben fest installierten Bänken im Außenbereich könnten im Innenhof mobile Tische und Bänke je nach Bedarf in Gruppen oder getrennt platziert werden und, falls nötig, auch entfernt werden.

Wir Kritische JuristInnen möchten, dass die Umgebung des Juridicums mit mehr Sitzgelegenheiten ausgestattet wird, denn wir sind davon überzeugt, dass klug genutzte Pausen dabei helfen, das Lernen an unserer Fakultät zu erleichtern.

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