Wahlprogramm 2018

Das Wahlprgramm der Kritischen Jurist*innen zu den Wahlen vom 4. bis 8. Juni 2018 an der WWU, Münster.

Bessere Studienbedingungen

Unser Fachbereich muss trotz seines im nationalen Vergleich hohen Niveaus in vielen Punkten studierendenfreundlicher werden. Dazu fordern wir zum Beispiel
– eine zweite Klausurenphase am Ende der vorlesungsfreien Zeit, in der nicht bestandene oder nicht absolvierte Klausuren nachgeschrieben werden können, sodass sich die Studierenden effektiver auf die einzelnen Leistungskontrollen vorbereiten können.
– Mindeststandards zur Seminarbetreuung.
– zu den einzelnen Fächern (mehr) Kurse zur Fallbearbeitung und Rechtsprechung auch für Studierende, die nicht im Repetitorium sind. Dadurch kann die Methodik der juristischen Argumentation effizienter erlernt werden als mit der zeitintensiven häuslichen Fallbearbeitung.
– einheitliche Remonstrationsbedingungen.
– die Bereitstellung von Räumen für freiwillige Nachhilfekurse und autonome AGs.
– Hygieneboxen auf den Frauen*-Toiletten.

Integrierter Bachelor in Sicht!

Wer das Staatsexamen nicht erreicht, steht heute nur mit dem Abitur da. Daher setzen wir uns für einen integrierten Bachelor of Laws als Zusatzabschluss nach dem Schwerpunkt ein. Studienziel bleibt das Staatsexamen, aber auf dem Weg dorthin wird für uns ein Sicherungsnetz gespannt. Nach dem Vorbild der juristischen Fakultäten in Frankfurt (Oder) und Potsdam würde die Seminararbeit dann gleich einer Bachelorarbeit zählen. So kann im Anschluss ein Master angestrebt werden.
Nachdem das Thema von uns in den Fachbereichsrat eingebracht wurde, haben die Professor*innen der Fakultät eingewilligt, ein vorläufiges Programm für einen integrierten Bachelorstudiengang zu entwerfen und Gespräche mit dem Wissenschafts- und dem Justizministerium zu führen. So werden die rechtliche Lage und die Genehmigungsfähigkeit der Einführung abgetastet. Bei einem positiven Verlauf soll dann das Akkreditierungsverfahren in die Wege geleitet werden – ein integrierter Bachelor an unserer Fakultät ist also bereits in Sicht!

Diversity

Wir setzen uns ein für eine intensivere inhaltliche Auseinandersetzung bei der Fallgestaltung und eine Diversifizierung der Gremien auf Ebene des Fachbereichs und bei Berufungsverfahren an unserer Fakultät. Außerdem machen wir uns stark für eine Vorlesung, die eine problemorientierte Einführung in feministische Ansätze der Rechtswissenschaft bietet.
An der Uni Bremen wurde festgestellt, dass in den rechtswissenschaftlichen Fachbereichen deutscher Universitäten die gesellschaftliche Vielfalt kaum widergespiegelt wird. Weibliche Lehrende und solche mit Migrationshintergrund stellen noch immer eine Seltenheit dar. Zudem seien laut einer Studie der Uni Hamburg die im Examen zu bearbeitenden Sachverhalte nach wie vor oft  durch stereotype und diskriminierende Darstellungen geprägt. Vor allem Jurastudierende begegneten in Vorlesungen häufig geschlechts- und herkunftsspezifischen Diskriminierungen.

Kritische Lehrinhalte

Besonders Jurist*innen haben in ihren Berufen eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung, welche ohne die kritische Auseinandersetzung mit Themen der Vergangenheit und Gegenwart nicht angemessen wahrgenommen werden kann. Wir wollen deshalb nicht nur das Gelernte reproduzieren, sondern selbst lernen, fundierte, gerechte und zeitgemäße Entscheidungen und Positionierungen methodisch zu erarbeiten.
Deshalb streben wir die Erweiterung des Angebots an Grundlagenfächern an, die einen Blick über den Tellerrand hinaus verschaffen sollen. Außerdem wollen wir uns dafür einsetzen, mehr Proseminare auch für jüngere Semester einzuführen. Dabei findet nicht nur eine intensivere Erörterung verschiedener Thematiken statt, sondern differenziertere Betrachtungsweisen werden durch Diskussionen ermöglicht. Außerdem fordern wir Veranstaltungen, die sich mit dem Unrecht beschäftigen, das durch NS-Jurist*innen begangen wurde.

Bessere Examensvorbereitung

Alle Jurastudierenden kennen sie: die Angst vor dem Staatsexamen und davor, nicht genügend Punkte für eine erfolgreiche Zukunft zu erreichen. Um den Studierenden diese Sorgen teilweise zu nehmen, setzen wir uns für optimale Bedingungen bei der Vorbereitung auf das Examen und dessen Ablauf ein.
Dazu gehört das Beibehalten einer Gewichtung der Schwerpunktnote von 30% zur Gesamtnote: Die Wissenschaftlichkeit soll nicht verloren gehen und der Druck nicht noch weiter steigen. Außerdem muss die Möglichkeit des Abschichtens in NRW bestehen bleiben, um allen eine optimale Vorbereitung auf die Prüfungen zu ermöglichen. Dabei ist auch die Stärkung des UNI-REPs ein zentraler Punkt, um allen Studierenden die gleiche Chance zu bieten, bestmöglich auf das Examen vorbereitet zu werden.

Digitalisierung

Auch wenn sich die digitale Infrastruktur der Universität bereits deutlich verbessert hat, fordern wir nach wie vor,  dass Aufzeichnungen der Vorlesungen keine Besonderheit mehr darstellen, sondern verlässlich und flächendeckend zur Verfügung stehen. Die Ausstattung der Hörsäle und vor allem die Nutzung der vorhandenen Technik müssen ausgebaut werden.
Außerdem wollen wir die bereits begonnene Umstellung vom VK-Online zum Learnweb beschleunigen. Das Learnweb bietet eine größere Übersichtlichkeit, deutlich mehr Möglichkeiten zum Teilen und Streamen von Inhalten und vor allem eine interaktive Kommunikation zwischen Studierenden und Lehrenden. Darüber hinaus setzen wir uns dafür ein, dass die Fakultät E-Klausuren anbietet, um Ergebnisse schneller zur Verfügung zu stellen und die Prüfungssituation zu verbessern.

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